Liebe Kundinnen und Kunden,

Ab sofort können Sie sich für den nächsten Begleithundekurs I anmelden.
Der Kurs startet am Sonntag, den 22.07.2018.
Weitere Informationen (Preis, Teilnahmenahmebedingungen) finden Sie hier.

Texte

Unser Appell an den gesunden Menschenverstand....

aufgrund des Vorfalls in Hannover und den zwei weiteren Beißvorfällen, wovon wieder einer für ein Kleinkind tödlich endete....

Ein Hund ist in erster Linie ein Tier. Er teilt nicht unsere Werte- und Moralvorstellungen. Er hat auch keine Kenntnis über unsere Gesetzeslage oder über die Konsequenzen für sich selbst und seinen Besitzer, wenn es zu einem Beißvorfall kommt.
Ein Hund ist ein Tier.
Genauer: ein Raubtier!
Wer hier schon den Kopf schüttelt, darf gerne googeln...

Wer also ein Raubtier sein eigen nennt, ist über seine persönlichen Gefühle hinaus, besonders zur rationalen Beurteilung des Verhaltens seines Tieres in jeder Situation verpflichtet.

Genau darin liegt das Problem.

Täglich versuchen wir als Trainer, Hundehalter dafür zu sensibilisieren. Zunehmend fällt auf, dass viele eine romantisiert naive Sichtweise ihres Tieres nicht ablegen können/wollen.
So kann man immer wieder hören, ein Tier sei "dankbar", weil es gerettet wurde. Oder im Falle von Chico werden sogar Formulierungen wie "er zeige Betroffenheit" verwendet.
Genau derartige Einstellungen bei Hundebesitzern führen zu traurigen Unfällen. Sie verkennen die Natur des Raubtiers. Genau genommen ist es dem Tier gegenüber sogar unfair und der eigenen Umwelt gegenüber sehr fahrlässig, einem Tier solche Fähigkeiten zu unterstellen. Dies macht blind für das Potential eines Hundes und verhindert den rationalen Blick auf die Natur des Raubtiers.

Die meisten Einzeltrainings, die bei uns stattfinden, behandeln Aggressionsprobleme. Aus über 13 Jahren Berufserfahrung weiß ich, dass viele dieser Hundehalter gefährliches Verhalten ihrer Hunde verkennen, herunter spielen bzw. ihr Wahrnehmungshorizont völlig verschoben ist.

‎Ich nenne hier mal nur drei Beispiele, aber ich könnte 100e weitere aufzählen.

1. Zwei Besitzer einander völlig fremder, erwachsener Labradorrüden bestehen darauf, dass diese Tiere zwingend miteinander spielen müssen.
Ich belehre. Ich versuche zu überzeugen.
Ich merke, wie ich mich trotz stichhaltiger Argumente bei den Besitzern zunehmend unbeliebter mache, weil ich dagegen bin, die beiden Rüden spielen zu lassen.
Trotz aller Warnungen (sie wissen es schließlich besser als ich), lösen sie die Leinen.

Beide Rüden hatten bis zu diesem Tag weder Erziehung noch einen Hauch von Ausbildung genossen. Wie ich vermutete und beiden Besitzern vorher prophezeite, kam es sofort zum Kampf, woraufhin der eine Besitzer seinen eigenen Rüden griff und damit den Kampf trennen wollte.
Diese Gelegenheit nutzte der andere Rüde und verbiss sich im nackten Unterarm des Mannes und begann heftig zu schütteln. Oli sicherte den anderen freilaufenden Rüden und ich löste den, im Arm des Mannes verbissenen und nun heftig hin und her schüttelnden, Rüden.
Jetzt am verbissenen Hund zu ziehen, würde die Verletzung des Mannes nur verschlimmern.
Also musste ich anders und heftig einwirken, um den Hund dazu zu bringen, dass er seinen Kiefer öffnet. Genau genommen hob ich ihn am Fell seines Genicks und Hinterteils in die Luft und trat ihm mit dem Knie gegen den Brustkorb (Sorry, liebe Tiernaivlinge!). Meine Einwirkung war ausreichend. Er öffnete den Kiefer und gab somit den Unterarm des Mannes frei.
Erst als Oli ihm den Fang zu band, setzte ich ihn wieder ab. Während Oli diesen Hund auch an einem Baum anband, begann ich mit den Erste Hilfe Maßnahmen. Elle und Speiche des muskulösen Männerunterarms waren sichtbar. Die Schlagader durchtrennt.
Doch nun kam die Besitzerin des Hundes, der vor ihren Augen und in ihrem Beisein (sie unternahm nichts, um dem Mann zu helfen!), einen erwachsenen Mann derart verletzte, dass nur das schnelle Erscheinen eines RTWs Schlimmeres verhinderte und meinte: "Haben sie da gerade in meinem Hund getreten?!" Der Einblick in ihre Sichtweise ließ mir jede Freundlichkeit abhanden kommen: "Ja, habe ich. Der Umweg zum Spaten hätte zu viel Zeit gekostet!"
Dieser Vorfall ist 10 Jahre her. Keiner der Hunde wurde eingeschläfert. -> Gut.
Eine Entschuldigung blieb sie dem Verletzten schuldig. -> Unverschämt!

2. Bsp.
Ein Besitzer mit einem 45kg Ridgebackmix wendet sich an uns, weil sein Hund immer so doll an der Leine ziehen würde, wenn er andere Hunde sieht. Ich weiß aus Berufserfahrung, dass sich hier oft mehr dahinter verbirgt, als dem Besitzer bewusst ist. Um nicht Unbeteiligte zu gefährden, entschied ich dieses Einzeltraining auf unserem Hundeplatz stattfinden zu lassen und unsere eigenen Hunde zu nutzen.
Das "bissl" Leineziehen entpuppte sich als jahrelang aufgebaute Leinenaggression und der Ridgimix meinte es Ernst. Toternst!
Das Einzige, was ihn noch davon abhalten konnte, meinen Hund zu verletzten, war die Leine in der Hand des Besitzers, der ihn kaum noch halten konnte.

Mir reichte was ich bereits an nur einem meiner Hunde gesehen hatte, um zu wissen, dass es noch schlimmer ist, als ich von vornherein vermutete. Ich will meinen Hund wieder weg bringen, derweil eskalierte der Ridgimix gegen seinen eigenen Besitzer.
Da Oli bereits vermutete, dass dies passieren könnte, bekam er den Ridgimix von unten am Halsband zu fassen, bevor sich sein Fang in den Arm seines eigenen Besitzers bohren konnte.
Nun richtet sich all der Frust des Hundes gegen Oli.

Aus Selbstschutzgründen ist Loslassen jetzt keine Option mehr. Oli hält den wütenden Ridgi mit beiden Händen am Halsband so, dass seine Versuche Oli zu beißen ins Leere gehen. Die gefletschten Zähne und das Knurren dürften auch dem Besitzer nicht entgangen sein.
Leider doch...

Er schreit Oli an, er solle sofort seinen armen Hund loslassen. Ich appeliere an den gesunden Menschenverstand des Besitzers und versuche zu erklären, dass Oli momentan nicht loslassen kann, weil es sonst gefährlich für ihn wird und der Hund unverzüglich angreifen wird.

Keine Chance.... armes Hundebaby...
Wird aus Sicht des Besitzers schwer misshandelt... (Oli hatte lediglich beide Hände im Halsband)... und er kommt seinem, in blanker Aggression gegen Oli kämpfenden, Hund zu Hilfe und will Oli angreifen.
Ich kann noch warnen bevor Oli vom Halter angegriffen wird. Oli muss den Hund loslassen. Dieser nutzt sofort die Chance, um Oli Richtung Gesicht zu springen. Oli bleibt nun keine Wahl mehr. Er muss tun, was er eigentlich mit dem Griff ins Halsband vermeiden wollte... Er muss sich nun leider körperlich verteidigen und tritt dem, ihn entgegen springenden, Hund weg, um sich vor schweren Verletzungen im Hals-/Kopfbereich zu schützen. (Wieder Sorry, liebe Tiernaivlinge.)

Für den Hundehalter freuen wir uns, dass er anstatt im Krankenhaus zu erwachen - dank Olis schnellem Eingreifen - die Möglichkeit nutze konnte uns umgehend negativ zu bewerten.

3. Die Dogge einer Kundin hatte eine Auseinandersetzung mit Todesfolge mit einem Jack Russell. Mit blankem Entsetzen musste ich ihre Einschätzung dieses Vorfalls zur Kenntnis nehmen. Sie sagte: "Mein Hugo (Name geändert), hat den kleinen Hund gar nicht getötet. Der ist ja erst in der Tierklinik verstorben."

Worauf ich hinaus will: Niemand kann Beißvorfälle verhindern oder Aggressionsprobleme lösen, wenn Menschen nicht bereit sind, das Tier im Hund zu akzeptieren. Die Rasse eines Hundes spielt hierbei eine völlig untergeordnete Rolle. Das Problem ist die zunehmende Verkennung und Romantisierung unserer Hunde. Diese fängt bei der Unterstellung von Dankbarkeit (bei geretteten Hunden) und Reue (im Fall von Chico) an und gipfelt in der Annahme, dass ein klares Setzen von Grenzen, die für ein Zusammenleben von Mensch, Hund und Umwelt nunmal unabdingbar sind, unfair oder gar Tierquälerei seien.


"Do it yourself Problemhund" - eine kostenlose Anleitung, die zu 100% funktioniert!

1. Die Auswahl eines passendes Hundes
...ist hierfür weniger entscheidend, als Ihr Umgang mit dem Hund.
Keine Angst, Sie werden nicht versagen!
Mit unseren Tipps können Sie aus JEDEM Hund einen ausgewachsenen Problemhund machen.
Wer allerdings möglichst schnell erste Erfolge bereits in frühester Welpenzeit sehen will, sollte eine möglichst agile Rasse auswählen. Also mindestens ein Aussie oder Border sollte es schon sein, aber auch Jack und Parson Russell haben hohes Nervpotential bei entsprechendem Umgang. Besonders geeignet sind auch DSH oder Malinois.

Größte Erfolge im Aufbau von Problemhunden zeigen häufig Hundebesitzer mit gleichem, besser noch geringerem, Körpergewicht als ihr Hund.
Erfahrungsgemäß wirkt eine solche Kombination auch deutlich beeindruckender auf die Umwelt.

2. Hundekontakte
Je öfter, umso besser und in jeder Situation! Empfehlenswert ist, sofort nach Einzug ihres zukünftigen Problemhundes so oft wie möglich auf die nächste Hundewiese zu gehen und den Hund ausgiebig toben zu lassen. Am Besten täglich! Stören Sie ihn hierbei nicht - also kein Abrufen oder gar Belohnen, wenn er zu Ihnen kommt! Das würde nur dazu führen, dass er sich irgendwann an Ihnen orientiert.
Wenn er bereits bei Sichtung eines fremden Hundes ungeduldig quengelt, Sie keines Blickes mehr würdigt und losstürmt sobald er das Klicken des Karabiners der Leine hört, haben Sie schon viel geschafft. Machen Sie so weiter! Bald wird aus ungeduldigem Fiepen ein lautstarkes Dauerkläffen.
Aus Erfahrung wissen wir, dass man dies nach nur 2-3 Wochen sogar schon bei Welpen erreichen kann. Früh übt sich, wer eine dauerdröhnende Lärmbelästigung werden will!

3. Die Leine
Gut geeignet ist eine Flexileine. Noch besser wäre eine Flexi mit Ruckdämpfer oder am besten gleich eine Vollgummileine. So ist die Leine möglichst immer gespannt und Ihr Hund kommt durch Ziehen voran. Folgen Sie ihm überall hin!
Zieht er Sie zu anderen Hunden, folgen Sie ihm! Zieht er Sie zu anderen Menschen, folgen Sie ihm! Besonders im Welpenalter können Sie auf die Mithilfe von Passanten bei der Ausbildung Ihres zukünftigen Problemhundes vertrauen. Diese unterstützen Sie mit zungenakrobatischen Knack- und Schnalzgeräuschen um Ihren Welpen zum Ziehen zu animieren. Folgen Sie ihm! Sollte eine Straße dazwischen sein, keine Angst! Die meisten Autofahrer bremsen.
Achten Sie darauf, dass es Ihrem Hund niemals unangenehm ist, wenn er zieht oder in die Leine springt, denn sonst würde er dies womöglich noch unterlassen. Das wäre doch sehr schade, denn geiferndes In-die-Leine-springen wirkt nunmal besonders beeindruckend auf Passanten und andere Hundehalter. Es ist ein Garant für uneingeschränkte Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und einen enormen Bekanntheitsgrad in Ihrer Umwelt. Viele zollen Ihnen dafür höchsten Respekt indem Sie ehrfurchtsvoll bei Seite treten. Manch einer erreichte so sogar Popularität weit über die Grenzen seines Stadtviertels hinaus und der Name des Hundes wurde zum Donnerhall bis in die entlegensten Winkel der Katakomben des Ordnungsamtes.

4. Der Schlafplatz
... sollte so zentral wie möglich sein. So kann er sofort auf all ihre täglichen Handlungen Einfluß nehmen und lernt auch schnell, dass ein Klingeln an der Tür den Startschuß für lautstarkes und energisches Besucher Bouncing darstellt.

5. Alleine bleiben
Sollten Sie ihn doch mal alleine lassen müssen, befüllen Sie einen Futterball. So kann Ihr zukünftiger Haustyrann in Ihrer Abwesenheit lernen, dass er, anstatt zu entspannen, wie ein tollwütiger Wasserbüffel durch Ihre Behausung randalieren soll.
Sollte der Futterball leer, aber sein antrainierter Bewegungsdrang noch nicht befriedigt sein, wird er schnell herausfinden, welch Spaß er mit ihrer Innenausstattung haben kann.
Ob sein Interessensfeld im der Bereich der Botanik liegt, erkennen Sie bei Ihrer Rückkehr daran, dass Ihre Zimmerpflanzen aussehen, als wären Sie von einem Schaufelradbagger bearbeitet.
Wenn Sie abstrakte Malerei mögen, werden Sie entzückt sein, welch bunte Muster er mit den Überresten aus dem Hausmüll an Boden und Tapete kreieren kann.
Manche Hunde entpuppen sich sogar als wahre Bildhauer und erschaffen totemgleiche Skulpturen aus Tisch- und Stuhlbeinen. Einige entwickeln eine derartige Begabung, dass sie kunstvolle Schnitzereien in Holztüren und martialische Muster bis in Kopfhöhe im Türrahmen erschaffen.
Wenn Sie nun wieder nach Hause kommen und entdecken, dass Ihr Heim aussieht als wäre es mittels Abrissbirne grundentkernt, posten Sie davon unbedingt unzählige Fotos in verschiedenen Facebookgruppen.
Zahlreiches Feedback ist Ihnen sicher!


Die Unfähigkeit Grenzen zu setzen oder: Wie man sich einen Problemhund heranzieht

Mit Erschrecken stellen wir in der Praxis fest, dass Hundehaltung mehr und mehr romantisiert wird. Selbstkritische Bewertung des eigenen Verhaltens im Umgang mit dem Hund und das Erkennen der Folgen daraus, gehen zunehmend verloren – mit fatalen Folgen für Tier und Umwelt.

Eines vorweg: Wir sind absolute Verfechter des positiven Trainings mit Hunden!!!
Dennoch ist ein harmonischer Umgang mit einem Hund nur möglich, wenn man auch Grenzen setzen kann!

Zunehmend ist zu erkennen, dass viele Hundehalter meinen, mit dem Kauf eines Hundes auch einen Freund angeschafft zu haben, der seinen Zugehörigkeitsstand kennt und auch weiß, wie gut er es hat und sich daher aus reiner Dankbarkeit zu benehmen und zu gehorchen weiß.
Wie in allen Beziehungen, entsteht ein harmonischer Umgang miteinander am gemeinsamen Lösen von Konflikten, Erarbeiten von Regeln und Etablieren von Grenzen.

Dies ist auch und vor allem bei Hunden, die neu in ihrem Wirkungskreis angekommen sind, zu erleben. Sie testen ihr soziales Umfeld aus.
Damit können sie heraus finden, welches Verhalten gewünscht und welches unerwünscht ist. Es hilft ihnen, sich in ihrem Umfeld zurecht zu finden. An den unmittelbaren angenehmen oder unangenehmen Folgen ihres Verhaltens machen sie Lernerfahrungen und diese werden ihr zukünftiges Verhalten bestimmen. Soweit ist das jedem Hundehalter klar.

Doch was zeigt die Praxis? Sie zeigt, dass viele Hundehalter aus falsch verstandenem Mitleid oder auch öffentlichem Druck nicht mehr in der Lage sind, ihrem Hund eine Grenze aufzuzeigen.
In jedem Falle bin ich dafür, dass alles was nur irgend geht, positiv aufgebaut werden sollte. Leider gibt es aber immer wieder Situationen, die man noch nicht trainieren konnte oder wo schnelles Handeln erforderlich ist.

Hier mal ein Bsp. einer Kundin:
Sie lauschte den Erklärungen des Trainers während sich ihr Jack Russell neben ihr ins Buddeln vertiefte. Als er bis zum Kopf im Loch verschwunden war, interessierte sich nun auch ihr Kleinkind für dieses Loch und es näherte sich dem grabenden Terrier. Blitzartig schnappte der Terrier nach der Kinderhand! Sie ermahnte das Kind, nicht wieder an das Loch des Hundes zu fassen.

Was passiert hier? Anstatt dem Hund deutlich aufzuzeigen, dass ein Buddelloch nicht verteidigt wird, reglementiert die Mutter ihr Kind und lässt den Hund die Lernerfahrung machen, dass er selbst Bodenlöcher gegen das Kind aggressiv verteidigen darf.
Sein Verhalten war lohnenswert, das Loch erfolgreich verteidigt. Wie wird er sich zukünftig in ähnlichen Situationen verhalten? Was passiert nun bei Ressourcen, die dem Hund wichtiger sind als ein Loch im Boden? Das Recht des Hundes wiegt mehr als das des eigenen Kindes???
Selbstverständlich wiesen wir sofort darauf hin, dass solches Verhalten nicht tolerierbar ist und sie unverzüglich hätte handeln müssen. Da der Terrier nicht zum ersten Mal mit aggressivem Verhalten seinen Willen bekam, hätte sie deutlich werden müssen . Genau dies konnte sie nicht, weil sie Mitleid mit ihm hatte.

Ich kann mich noch recht deutlich an diesen Hund erinnern, da ich das Entstehen seines Fehlverhaltens trotz Anleitung und Erklärungen nicht verhindern konnte.Seine Besitzerin kooperierte leider nicht mit uns.

Bereits im Welpenalter begann besagter Terrier zu schreien und zu zappeln, wenn man ihn am Halsband festhielt. Selbst die besten Leckerchen interessierten ihn dann nicht. Sein Frust über die Bewegungseinschränkung war deutlich größer als sein Appetit. Anstatt ihn festzuhalten und zu warten bis er sich beruhigt hat, ließ sie ihn sofort los. Frauchen tat der niedliche Terrier leid und sie hatte Angst, dass ihr sonst jemand unterstellen könnte, sie würde dem Hund Schmerzen zufügen. Warum sie los lässt ist dem Hund nicht klar. Gelernt hat er trotzdem wie er sich verhalten muss, um losgelassen zu werden.

Was beim Festhalten am Halsband funktioniert, versuchte er auch bald beim Tragen. Wenn sie ihn hoch hob, schrie und zappelte er als ginge es um sein Leben. Und wieder hatte er nach kurzen Versuchen mit diesem Verhalten Erfolg. Er kam unverzüglich wieder auf den Boden. Frauchen tat der niedliche Terrier leid. Ihre Sorge war wieder, es könnte jemand denken, sie täte ihm weh.

Und so machte dieser Hund Lernerfahrung um Lernerfahrung mit immer gleichem Resultat. Er wurde älter, ernster, erwachsen.
Fehlverhalten wurde einfach übersehen und nie reglementiert. Eine Grenze hat er nie kennen gelernt. Schlimmer noch, er lernte seine Ziele mit Fehlverhalten (Aggression) durchzusetzen.

Doch wie sieht das Leben mit einem solchen Hund nun nach über einem Jahr aus?

  • Ein Leben an der Leine: Auch zu Hause, denn wenn man ihn an- oder ableinen möchte, beißt er.
  • Freilauf unmöglich: Er hat keinen Gehorsam erlernt. Wenn er nicht wollte, musste er ja nie.
  • Kein Hundekontakt: Er hat eine ausgeprägte Leinenaggression und pöbelt alles und jeden an, da Frauchen sich nie traute, ihm das Ziehen zu verbieten.
  • Niemals Spaziergänge: Da wegen der Kläfferei jeder Spaziergang zum peinlichen Spießrutenlauf wird, wurde das eingestellt.
  • Gassi nur noch im eigenen Garten: Selbstverständlich nur mit Leine. Ableinen geht nicht, weil er beißt, wenn man ans Halsband möchte.
  • Fütterung problematisch: Da er von klein auf gelernt hat, Ressourcen zu verteidigen, duldet er keinen im gleichen Raum, wenn er frisst. Futter wird ins Bad gestellt und die Tür verschlossen bis er fertig ist.
  • Spielzeug gibt es nicht: Er verteidigt alles.
  • Kaum tierärztliche Behandlungen: Da er sich weder auf dem Arm tragen, noch sonst irgendwie anfassen oder gar festhalten lässt (weil er dann beißt). Als er eine schmerzhafte Ohrenentzündung hatte, musste er zum Schutz des Tierarztes während der Untersuchung, narkotisiert werden.

Aus einem normalen,unschuldigen Welpen ist ein ausgewachsener Problemhund geworden, weil ihm keiner jemals eine Grenze gesetzt hat.
Mittlerweile ist der Leidensdruck ist so groß, dass der Hund weg soll. Denn er hat nun auch begonnen zu entscheiden, wer zu Besuch kommen darf. So schnappte er nach den Besuchern beim Kindergeburtstag.

Zwar ein trauriges, aber dennoch kein seltenes Beispiel, wie aus einem normalen Welpen durch falsches Mitleid, mangelnden Weitblick, Verkennung von Tatsachen und mangelnde Selbstkritik ein Problemhund wird. Dabei wäre es so einfach gewesen, an passender Stelle einfach mal eine Grenze zu setzen…


Liebe Hundefreunde,

ab und an werden wir mit dem Vorwurf konfrontiert, dass der eigene Hund nach dem 1-4-maligen Besuch des Welpenkurses, der nun ja auch schon wieder 2 Jahre zurück liegt, noch immer keinen zuverlässigen Grundgehorsam aufweist. ;)

Eigentlich finde ich es schon fast schockierend, dass ich darauf hinweisen muss, dass auch ein Hund eine körperliche und geistige Entwicklung durch machen muss.
Kein Kind hat nach dem Besuch des Kindergartens eine abgeschlossene Berufsausbildung und das ist auch jedem klar. Beim Hund gestaltet sich die Erwartungshaltung mancher Hundehalter allerdings anders...

In erster Linie, können wir als Trainer nur beratschlagen. Für die Umsetzung der Tipps ist jedoch jeder Hundehalter selbst verantwortlich. Die Fleißigen, die sich regelmäßig und dauerhaft mit ihren Hunden beschäftigen, werden schnell erste Erziehungserfolge haben und davon beflügelt auch weiter trainieren, so dass mit 1,5 -2 Jahren ein zuverlässiger Gehorsam möglich ist.

Wer jedoch glaubt, dass ein Hund in 1,5 Stunden, während man den Hundehalter(!) im Umgang anleitet, erziehbar ist und die restlichen 6 Tage und 22,5 Stunden der Woche, müsse der Hundehalter selbst nichts zur Erziehung beitragen, hat das Thema „Hund“ als solches noch immer nicht verstanden und benötigt daher weitere Theorie um sein Tier zu verstehen.
Ja, richtig gelesen: Der Mensch muss bei uns lernen, denn ein Hund verhält sich immer wie ein Hund. Nur wer Hintergründe und Ursachen versteht, kann seinen Hund auch erfolgreich erziehen.

Nicht selten höre ich: „Rütter kann das auch in 45 Minuten.“.
Falsch, auch hier zeigt sich, dass betreffender Hundehalter mal wieder nicht zugehört hat.
Rütter macht kein Geheimnis daraus, dass zwischen seinen Besuchen, die zugegebener Maßen - aus Gründen des Sendeformats - in 45 Minuten-Zusammenschnitten ausgestrahlt werden, teilweise VIELE (!!!) Wochen liegen. In diesen Wochen zwischen den Besuchen hat der Hundehalter die aufgetragenen Übungen mit dem Hund mehrfach wiederholt und daher auch Fortschritte erzielt.

Sorry, aber auch das musste mal gesagt werden.


Boxador, Buggle, Beabull, Westipoo, Yorkteser, Cockerpoo, Maltipoo, Labradoodle, Yorkipoo, Schnoodle, Maltchi, Shih Poo,... Gesundheit!

Ich habe nun auch meine eigene Zucht gestartet.
Eine absolut einzigartige und unverzichtbare Weltneuheit, ein MUST HAVE für jeden modernen Hundebesitzer, der was auf sich hält und nach dem Besonderen sucht:

Bullterrier + Shih Tzu = BULLSHIT!

Wesen/Verwendung:

Dank des Bullterrieranteils verfügt der Bullshit über ein extrem robustes und muskulöses Gebäude. Daher ist der Bullshit neben seiner Funktion als Kokosnussöffner, Fußhocker, Müllschlucker, Schirmständer und Türstopper auch besonders als Lauflernhilfe für Kleinkinder geeignet.

Dank des Shih Tzu-Erbguts wächst das Fell des Bullshits unentwegt in die Länge und ermöglicht somit allen Kleinkindern einen festen Griff ohne Abrutschen beim Aufrichten.

Für die besonderen Grobmotoriker unter den Kleinen, bin ich ständig bemüht die Ohren möglichst groß werden zu lassen, so dass diese von Ihren Kindern nicht übersehen und als Haltegriff genutzt werden können.
Sollten die langen Ohren Ihren Sinn für Ästhetik stören, so knoten Sie diese einfach über dem Schädel zusammen oder machen aus ihnen eine dekorative Schleife, die das Hundehaupt besonders ziert. Alternativ finden Sie sicher einen Tierarzt ihres Vertrauens, der Ihnen den störenden Behang auf ihre Wunschlänge operativ kürzt.

(Kleiner Tipp: Versuchen Sie es bei dem Tierarzt, der auch Ihren vorherigen Hund kastriert hat, als er anfing im Alter von 10 Monaten alles zu rammeln. Zu diesem haben Sie bereits Vertrauen (beim letzten Hund gings ja auch ganz einfach) und da er ein guter Tierarzt ist, operiert er Ihnen alles nach Wunsch, ohne nervende Fragen.)

Ein weiterer Vorteil des ständig weiter wuchernden Fells ist, dass Sie sich jegliches Staubsaugen, ja sogar die Feuchtreinigung des Bodens sparen können. Befeuchten Sie hierfür einfach Ihren Bullshit und lassen Sie ihn wie gewohnt durch alle Zimmer laufen. Einmal pro Woche per Handwäsche in der Badewanne reinigen, ist dem Bullshit vollkommen ausreichend. Danach können Sie ihren Bullshit zum Trocknen an seinen Ohren aufhängen.

Sie wünschen Unterstützung eines Bullshits bei der Kindererziehung?
Da der Bullshit aus Rassen entstanden ist, die mittlerweile seit Jahrzehnten als REINE Familienhunde gehalten wurden, verfügt er über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und eine angeborene Liebe zu Kindern. Auch sein Moralverständnis deckt sich vollkommen mit Ihrem. Lassen Sie ihre Kinder doch mit dem Bullshit allein zu Haus, er wird denen schon zeigen, was richtig und falsch ist. Zur Not klären die das schon unter sich, der Bullshit ist ja schließlich ein Familienhund!

Noch immer Zweifel daran, dass der Bullshit DER perfekte Hund für JEDERMANN ist?!?

Dann habe ich hier noch einen weiteren Vorteil für alle potentiellen Bullshitbesitzer in Mehrfamilienhäusern:
Wer will schon Ärger mit den Nachbarn wegen Hundegebell??? Daher empfehle ich Ihnen meine Blue Merle Bullshits aus reinerbigen Merlelinien. Ist doch nervtötend, wenn ihr Bullshit sich in Rage bellt, nur weil die GEZ wegen der Beitragszahlungen mal wieder Sturm klingelt.
Hundetraining gegen das Gekläff ist auch lästig, denn es hält Sie von den wichtigen Alltagsdingen, wie zB. Facebook, ab.
Dann wird es Sie freuen, zu hören, dass Sie den Blue Merle Bullshit GAR NICHT trainieren müssen! Der Blue Merle Bullshit ist nicht nur der Schönste unter allen Bullshitfarbschlägen, er ist zu Ihrem Vorteil sogar taub! Daher kann er sich gar nicht über die Türklingel aufregen und in störendes Dauergekläff verfallen und das ganz ohne jegliches Training!!! Ebenso müssen Sie sich NIE WIEDER Sorgen um Ihren Bullshit machen, wenn Silvester ins Haus steht. Ist das nicht wundervoll???

Sie wollen einen Bullshit kaufen? Kein Problem, bitte melden Sie ihr Kaufinteresse per Kommentar unter diesem Post an und Sie erhalten in wenigen Wochen einen Bullshit für die Kleinigkeit von 5000 Euro.

Ich werde mich bemühen schnellst möglich meine Zucht etwas zu vergrößern, um Ihnen Ihre Bullshits per Onlinebestellung direkt vor Ihre Haustür zu liefern.
Ich bitte um Ihr Verständnis, dass ich derzeit nur 17 Zuchthündinnen besitze, da es sich ausschließlich um eine Hobbyzucht handelt und das Wohl der Tiere selbstverständlich an erster Stelle steht.
Weil ich eine Überbelastung der Muttertiere vermeiden möchte, lasse ich jede meiner Hündinnen auch nur zweimal pro Jahr werfen.
Selbstverständlich sind alle Bullshits gesund, da ich Ihnen das verspreche.

Herzlichst,
Die Züchterin Ihres Vertrauens - Juliane Lange

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(Danke an den Inspirateur aus einem unserer Junghundekurse.)