Erste Hilfe am Hund - Wichtige Normalwerte

Kapilläre Rückfüllungszeit (KRZ)
Farbe der Maulschleimhaut
Nickhaut
Episkleralgefäße
Puls
Körpertemperatur

Nicht immer ist die Ursache für einen lebensgefährlichen Gesundheitszustand eindeutig zu erkennen. Um die gesundheitliche Situation Ihres Hundes richtig einschätzen zu können, sollten Sie seine Normalwerte kennen.

Kapilläre Rückfüllungszeit (KRZ)
Mit diesem kurzen Check können Sie sich einen schnellen Überblick über den Kreislaufzustand Ihres Hundes verschaffen. Hierfür suchen Sie sich eine möglichst gering pigmentierte Stelle am Zahnfleisch des Hundes (erkennbar an der rosa Farbe). Drücken Sie einige Sekunden mit einem Finger kräftig zu.

Wenn Sie den Finger wieder weg nehmen ist diese Stelle weiß. Zählen Sie die Sekunden, die das Blut benötigt um wieder in die Kapillargefäße zu fließen bzw. wie lange es dauert bis diese Stelle wieder die Umgebungsfarbe angenommen hat. Dauert dies länger als zwei Sekunden ist der Kreislaufzustand des Hundes bedenklich.

Farbe der Maulschleimhaut
Die Maulschleimhaut ist beim gesunden Hund an den unpigmentierten Stellen rosa, glatt, glänzend und feucht. Farbveränderungen (Rötungen, Blässe, bläuliche Färbung) oder Anlagerungen sind Krankheitsanzeichen! Falls Ihr Hund keine oder nur wenige unpigmentierte Stellen an der Maulschleimhaut aufweist, so schauen Sie sich die Nickhaut (das dritte Augenlid) an.
Einen Sauerstoffmangel können Sie an einer lila oder bläulichen Färbung erkennen. Dunkelrote Schleimhäute sind Anzeichen eines Hitzschlags, Entzündungen, verschiedener Infektionskrankheiten. Blasse Schleimhäute weisen auf einen hohen Blutverlust (z.B. starke innere Blutungen) hin.

Nickhaut
Ziehen Sie das untere Augenlid des Hundes etwas nach unten, dann können Sie seine Nickhaut (das dritte Augenlid) sehen. Dort finden Sie auch unpigmentierte Stellen.


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Hier gilt das Gleiche wie bei der Maulschleimhaut: Farbveränderungen (Rötungen, Blässe, bläuliche Färbung) oder Anlagerungen sind Krankheitsanzeichen! Die Farbe der Zunge ist kein vertrauenswürdiges Hilfsmittel zum Erkennen des Gesundheitszustandes Ihres Hundes. Oft dauert es zu lange bevor überhaupt eine Verfärbung der Zunge eintritt (z.B. bei Sauerstoffmangel) und dann kann es schon zu spät sein! Desweiteren ist es bei einigen Hunderassen typisch, dass die Zunge Flecken oder Verfärbungen aufweist (z.B. Chow-Chow).

Episkleralgefäße
Die kleinen roten Äderchen auf dem Weißen des Augapfels werden als Episkleralgefäße bezeichnet. Sind sie schlecht bzw. nicht sichtbar oder prall und rot, so sind dies Krankheitsanzeichen!


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Puls
Der Puls wird beim Hund an der Oberschenkelschlagader (Arteria femoralis) gemessen. Zum Messen des Pulses schieben Sie Zeige- und Mittelfinger an der Oberschenkelinnenseite des Hundes (dicht am Hüftgelenk) hin und her. Wenn Sie eine Art "Kabel" fühlen, haben Sie die Oberschenkelschlagader gefunden. Drücken Sie diese gegen den Oberschenkelknochen und zählen Sie 15 Sekunden lang das Pulsieren der Schlagader. Multiplizieren Sie die gezählten Schläge mit vier, so haben Sie die Schläge pro Minute (den Puls Ihres Hundes) ermittelt.

Nicht nur die Anzahl der Pulsschläge pro Minute sind Indizien für den Gesundheitszustand des Hundes. Die Qualität des Pulses sollte auch beurteilt werden. So deutet ein schwacher, kaum tastbarer Puls mit nicht deutlich voneinander getrennten Schlägen auf einen schwachen Blutdruck hin.

Allgemein gilt je jünger und kleiner der Hund, desto höher die Anzahl der Pulsschläge. Je älter und größer der Hund, desto langsamer ist der Puls.

Hier mal ein kleiner Richtwert: Hunde mittlerer Größe haben einen Ruhepuls von etwa 80 bis 100, kleine Hunde etwa 100 bis 120. Anstrengung, hohen Außentemperaturen und Stress erhöhen den Puls.

Körpertemperatur
Die Körpertemperatur des Hundes wird im After gemessen. Hierfür empfiehlt sich ein Digitalthermometer mit weicher, beweglicher Spitze. Feuchten Sie die Spitze etwas an und führen Sie sie mindestens zwei Zentimeter ein. Die normale Körpertemperatur eines Hundes liegt zwischen 38 und 39°C. Ähnlich wie beim Puls haben jüngere und kleinere Tiere eine höhere Körpertemperatur. Fieber ist ein Symptom für eine Allgemeinerkrankung oder eine Entzündung, aber es kann auch bei schweren Verletzungen, Schock und manchen Vergiftungen auftreten.

Eine Erhöhung der Körpertemperatur bei Anstrengung, hohen Außentemperaturen und Stress ist normal.

Da beim Hund die Normalwerte je nach Alter und Größe sehr variieren können, sollten Sie die Normalwerte IHRES Hundes genau kennen, damit Sie kleinste Veränderungen sofort bemerken.

Kapilläre Rückfüllungszeit (KRZ)
Farbe der Maulschleimhaut
Nickhaut
Episkleralgefäße
Puls
Körpertemperatur