Klickertraining

Grundkonditionierung
Lernen am Erfolg
Verhaltensketten konditionieren
Vorteile
Nachteile

Das Klickertraining basiert auf dem Prinzip des operanten Konditionierens. Der Klicker ist eine Art Knackfrosch, der vielen sicher noch aus der Kindheit bekannt ist. Durch einen Fingerdruck erzeugt der Klicker ein Knackgeräusch, welches für den Hund zunächst noch bedeutungslos ist.

Grundkonditionierung

Damit das Klicken im Hund eine positive Erwartungshaltung entstehen lässt, muss auf jeden Klick für ihn etwas Positives folgen. Nehmen Sie sich etwas Zeit für Ihren Hund und halten Sie viele kleine Leckerchen und den Klicker bereit. Nun klicken Sie und geben Ihrem Hund unmittelbar danach ein Leckerchen. Wiederholen Sie das Ganze ca. 20-30 mal in der Minute. Empfehlenswert ist es diese Grundkonditionierung in einer, für den Hund ablenkungsfreien, Umgebung (z.B. in der eigenen Wohnung) aufzubauen. Fügen Sie nach diesem Prinzip über den gesamten Tag verteilt immer mal wieder kleine Übungseinheiten ein, die jeweils nicht länger als 4 Minuten dauern sollten. Nach 2-3 Tagen sollte Ihr Hund das Prinzip verstanden haben. Jeder Klick heißt nun für ihn, dass er ein Leckerchen bekommt. Jetzt wird es langsam Zeit für einen kleinen Test. "Bewaffnen" Sie sich mit Klicker und Leckerchen und lösen das Knackgeräusch in einer für den Hund unerwarteten Situation aus. Wenn Ihr Hund darauf freudig reagiert, hat er das Prinzip des Klickerns verstanden. Leckerchen nicht vergessen!
Sollten Sie Angst haben, dass Ihr Hund wegen der vielen Leckerchen zu dick werden könnte, verwenden Sie doch einfach die tägliche Futterration Ihres Hundes. Somit sparen Sie das Geld für die Leckerchen und ihr Hund muss sich sein Futter selbst erarbeiten. Dies steigert die Lernbereitschaft und -motivation.
Hierbei ist aber zu beachten, dass der Hund viele schnell aufeinander folgende Wiederholungen braucht, um zu verstehen, dass der Klick für ihn ein Leckerchen bedeutet. Um schnelle Wiederholungen zu ermöglichen, ist es wichtig, dass die Leckerchen/das Hundefutter vom Hund nicht gekaut werden müssen. Dies verzögert den Trainingsablauf und somit eine schnelle Verknüpfung mit dem Knackgeräusch. Für ein optimales Training sollten Leckerchen daher mit einem Schluck verschwunden sein.

Ihr Hund weiß jetzt, "Klick" bedeutet Leckerchen. Allerdings ist ihm noch nicht klar, dass er durch sein Verhalten einen "Klick" auslösen kann. Sie können nun mit der ersten übung beginnen.

Lernen am Erfolg

Um dem Hund nun zu "erklären", dass er der aktive Part ist und das Klicken beeinflussen kann, suchen Sie sich eine natürliche Verhaltensweise Ihres Tieres aus, die es sehr häufig zeigt, z.B. sich hinter dem Ohr kratzen. Ab jetzt liegen Sie mit dem Klicker und Leckerchen auf der Lauer. Wann immer der Hund sich nun kratzt, klicken Sie und geben ihm sofort seine Belohnung. Dies machen Sie solange, bis der Hund sich von allein sofort zu kratzen beginnt, sobald Sie den Klicker in der Hand halten und ihn "erwartungsschwanger" anschauen. Nun hat der Hund verstanden, dass sein Kratzen ein Klicken auslösen kann und er somit ein Leckerchen bekommt. Ab jetzt fügen Sie, kurz bevor der Hund sich zu kratzen beginnt, ein Signalwort (Befehl, z.B. "Kratz dich!") ein. Nach mehreren Wiederholungen klicken Sie nur noch, wenn sie vor dem Kratzen das Signalwort gesagt haben. Zeigt der Hund diese Verhaltensweise ohne ein Signal Ihrerseits, klicken Sie nicht mehr. Wichtig ist, dass der Hund NACH JEDEM KLICK sein Leckerchen bekommt! Erst wenn der Hund diese Verhaltensweise zuverlässig, in jeder Situation und auch unter Ablenkung zeigt, lassen Sie die Klicks langsam ausschleichen. So klicken Sie zum Beispiel erst nach dem zweiten Mal wenn er den Befehl ausführt, dann wieder nach dem ersten Mal und danach erst nach dem fünften Mal und so weiter. Dabei ist wichtig, dass Ihr Belohnungssystem für den Hund undurchschaubar bleibt, damit in ihm eine Erwartungshaltung entsteht. Somit glaubt er, wenn Sie ihn ohne Klick loben, dass es beim nächsten Ausführen des Signals auf jeden Fall wieder klickt. Dies steigert die Motivation des Hundes, diese so antrainierte Verhaltensweise jederzeit auf Ihr Signal hin sofort auszuführen.
Dieser Abschnitt des Klickertrainings mag unnütz erscheinen, denn warum sollte sich ein Hund auf Befehl kratzen können? Dies dient jedoch dazu, dem Hund zu verdeutlichen, dass er aktiv werden muss, um das Klicken auszulösen.

Verhaltensketten konditionieren

Von diesem Augenblick an können Sie beginnen, auch komplexe Verhaltensketten zu üben. Überlegen Sie sich, was Sie Ihrem Hund als nächstes beibringen möchten, z.B. die Leine bringen. Wenn Sie bis hier alles richtig gemacht haben, wird der Hund schon sobald Sie den Klicker in der Hand halten, eine Verhaltensweise anbieten wollen, um somit vielleicht einen Klick auslösen zu können. Zunächst wird er alle auf diese Art erlernten Verhaltensweisen ausprobieren, jedoch erhält er für nichts einen Klick und somit auch kein Leckerchen. Nun warten Sie auf irgendeine Verhaltensweise Ihres Hundes, die ihn ein Stück näher an den Aufenthaltsort der Leine heranbringt. Dies kann zum Beispiel eine Kopfbewegung oder sogar schon ein Schritt in die Richtung der Leine sein. Klicken Sie nun jeden weiteren Schritt, mit dem sich der Hund der Leine nähert. Wichtig: Nach dem Klicken niemals das Leckerchen vergessen! Beenden Sie die Trainingseinheit, wenn der Hund das von Ihnen gesteckte Etappenziel, z.B. Leine mit der Nase anstupsen, erreicht hat und belohnen Sie ihn mit einem Klick und einem "Jackpott" (eine Hand voll Futter oder gar seinem gesamten Futternapf).
Die nächste Übungseinheit beginnen Sie etwas unter dem Schwierigkeitsgrad Ihres Etappenziels der letzten Übungseinheit. Das heißt, Sie klicken nicht mehr für die Kopfbewegung oder den ersten Schritt in Richtung Leine, sondern erst nachdem sich der Hund deutlich in Richtung der Leine bewegt hat (zwei oder mehr Schritte). Diesmal erhält der Hund seinen Jackpott, wenn er durch Zufall in die Leine beißt und sich somit von selbst das nächste Etappenziel erarbeitet hat. So verfahren Sie dann immer weiter, bis Ihnen der Hund die Leine auf Ihr Signalwort bringt. Durch Versuch und Irrtum bzw. Lernen am Erfolg begreift Ihr Hund, welche Verhaltensweisen sich lohnen wiederholt zu werden und welche nicht. Auch alltägliche Signale wie zum Beispiel "Sitz!", "Platz!" und "Fuß!" können mit Hilfe des Klickers konditioniert werden.

Vorteile

Diese Ausbildungsmethode ist straf- und zwangfrei. Das Klickertraining eignet sich besonders für Hundehalter, die Probleme haben, ihren Hund mit herkömmlichen Methoden zu motivieren/zu loben (z.B. zu tiefe Stimmlage). Das Geräusch des Klickers ist immer gleich bleibend, während die Stimmlage wegen Heiserkeit, Anspannung, Stress oder ähnlichem beim Hundehalter variieren kann. Daher ist die Wahrscheinlichkeit für Interpretationsmissverständnisse beim Klickertraining seitens des Hundes sehr gering. Des Weiteren erfolgt die Bestätigung des Hundes für richtiges Verhalten auf den Punkt genau. Hierbei ist nicht ausschlaggebend, welchen Gegenstand Sie als Klicker verwenden. Wichtig ist nur, dass das vom Klicker erzeugte Geräusch immer gleichbleibend ist und nicht durch Zufall in der alltäglichen Umgebung des Hundes vorkommt. Somit ist es zum Beispiel möglich, dass Sie anstelle eines handelsüblichen Klickers auch einen Kugelschreiber oder ein Feuerzeug benutzen.

Nachteile

Auf diese Art ausgebildete Hunde haben gelernt, dass sie selbstständig aktiv werden müssen um einen Klick auszulösen. Daher kann es vorkommen dass sie beim Training durch Bellen ihre Ungeduld und ihr Einfordern der Bestätigung/Belohnung zum Ausdruck bringen. Das Abstellen einer unerwünschten Verhaltensweise mit Hilfe des Klickers ist schwierig und wenn überhaupt, so nur durch Konditionierung einer Ersatzhandlung möglich. Des Weiteren kann es passieren, dass der Hund in seinem "Übereifer" neben den von ihm geforderten auch alle nicht geforderten Verhaltensweisen nacheinander "abspult".
Bei mangelndem Hintergrundwissen über diese Ausbildungsmethode besteht zum einen die Gefahr, dass in dem Hund durch den falsch gewählten Zeitpunkt des Klicks entweder keine oder sogar eine fehlerhafte Verknüpfung mit einer nicht gewollten Verhaltensweise entsteht.