Loben

Spielzeug
Leckerchen
Alltagssituationen ausnutzen
Stimme
Körpersprache
Bewegung
Körperkontakt/Berührungen
Timing
Fazit

Damit für den Hund zwischen dem Signal (=Befehl) und dem gewünschten Verhalten, welches er daraufhin ausführen soll, eine Assoziation entstehen kann, muss er möglichst oft in die Situation gebracht werden, in der er das gewünschte Verhalten zeigt. Darauf sollte sofort die positive Verstärkung (das Lob) folgen.

Spielzeug

Beim Loben sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt, wenn man einige Dinge beachtet. Generell gilt: Das, was der Hund gerade am meisten will, ist das richtige Lob! Das heißt also, wenn Sie einen Hund haben, der für sein Spielzeug, (z.B. Ball) sogar sein Futter stehen lassen würde, muss nicht immer ein Leckerchen die Belohnung sein. Werfen sie ihm doch einfach mal den Ball, wenn er auf ihr Signal korrekt reagiert hat. Wenn Sie Spielzeug als Belohnung für Ihren Hund einsetzen wollen, achten Sie darauf, dass er sein Spielzeug nur bekommt, wenn er gelobt werden soll. Hat er den ganzen Tag sein Spielzeug zur freien Verfügung, wird es ihn schnell langweilen und er wird es sich nicht in den einzelnen Übungseinheiten erarbeiten wollen.


Foto: Hauke Pippig

Auch hier heißt es wieder: Werden Sie kreativ! Beginnen Sich doch einfach mal ein Zerrspiel. Dafür eignen sich fast alle handelsüblichen Beißwürste (Bringsel, Lunten, etc.). Es ist auch nicht nötig für ein solches Spielzeug Geld auszugeben. Eine alte Socke, ein ausgedientes Handtuch oder Ähnliches erfüllen den gleichen Zweck. Aber nicht vergessen: Sie beginnen und beenden das Spiel nach Ihrem Belieben!

Leckerchen

Haben Sie hingegen einen Hund, der an Spielzeug wenig Interesse hat, probieren Sie mal verschiedene Leckerchen (z.B. Käse, Würstchen, abgekochte Hühnerherzen etc.) aus, damit Sie die Hitliste der Leckerchen Ihres Hundes kennen lernen. Dies ist wiederum wichtig, damit Sie steigerungsfähig bleiben, wenn Ihr Hund etwas außerordentlich gut gemacht hat. Somit gibt es also für ein gut ausgeführtes "Platz!" ein Leckerchen und für ein besonders schnelles Hinlegen sein absolutes Lieblingsleckerli. Somit bleibt Ihr Verhalten für den Hund immer spannend und er wird sich die größte Mühe geben um an seine Lieblingsbelohnung zu kommen. Bei den Leckerchen geht es nicht darum, dass Ihr Hund satt wird, er muss sie nur unbedingt haben wollen und sie ohne zu kauen schnell schlucken können, damit Sie viele Wiederholungen der Übung anschließen können, ohne dass das Kauen des Hundes den Trainingsablauf verzögert (viele schnell aufeinander folgende Wiederholungen der gleichen Übung lassen beim Hund am schnellsten eine Verknüpfung zwischen Signal und dem dazugehörigen Verhalten entstehen).

Alltagssituationen ausnutzen

Aber nicht nur Leckerchen oder Spielzeug sind Möglichkeiten der Belohnung, denn wie eingangs erwähnt, das was der Hund im Augenblick am meisten will, ist die richtige Belohnung. Nehmen wir an Ihr Hund trifft auf einen bekannten Hund, mit dem er gerne spielen möchte, so machen Sie sich dies zu Nutzen. Verlangen Sie etwas von ihm, dass Sie in jedem Fall auch durchsetzen können, z.B. "Sitz!". Setzt sich Ihr Hund, erlauben Sie ihm sofort zur Belohnung das Spielen mit dem anderen Hund.

Stimme

Eine weitere Möglichkeit des Lobes ist Ihre Stimme. Probieren Sie doch mal in einer ruhigen Minute aus, wie Ihr Hund auf Ihre unterschiedlichen Stimmlagen reagiert. Sprechen Sie ein paar Sätze in hoher, melodischer Stimmlage. Zeigt er ein freudiges Schwanzwedeln, können Sie ihn also auch prima mit der Stimme motivieren. Hierbei ist nicht entscheidend, WAS Sie sagen, sondern WIE Sie es sagen. Eine hohe; geheimnisvolle und melodische Stimme zeigt dem Hund: "Das hast du gut gemacht." Eine tiefe brummige Stimme wird ihm eher als eine Art Knurren vorkommen und ist somit absolut ungeeignet um Ihren Hund zu loben.

Körpersprache

Auch die Körpersprache und Mimik sollten nicht außen vor bleiben. Lächeln Sie Ihren Hund beim Loben an. Er hat den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als Sie zu beobachten. Also kann er schon an Ihrer Körperhaltung und Mimik erkennen, ob Sie schlecht gelaunt oder guter Dinge sind. Zum Loben sollten Sie eine offene Körperhaltung zeigen. Nehmen Sie Ihren Oberkörper etwas zurück, heben Sie die Arme als Aufforderung zu einem Spiel.


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Eine angespannte/steife Körperhaltung signalisiert ihm: "Herrchen/Frauchen hat schlechte Laune oder ist sauer auf mich." Beugen Sie sich beim Loben nicht über Ihren Hund, dies ist eine Dominanzgeste und beim Loben hinderlich.

Bewegung

Hat Ihr Hund gerade eine schwierige Übung absolviert, bei der er Stressanzeichen gezeigt hat oder gar seine Angst überwinden musste, so rennen Sie doch einfach mal ein paar Meter mit ihm.


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Ihm sitzt der Stress/die Angst dann förmlich in den Gliedern und er hat sich versteift/ist verspannt. So kann er sich wieder lockern und den Stress abbauen und umso eher hat er wieder "den Kopf frei" für die nächste Übung.

Körperkontakt/Berührungen

Ein aufmunterndes Tätscheln (ähnlich wie beim Pferd) in Verbindung mit einer freundlichen Stimme kann ebenfalls Wunder bewirken.


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Hierbei ist wieder zu beachten: Das über-den-Kopf-Streicheln ist vielen Hunden als Lob unangenehm. Ähnlich wie das Beugen über den Hund, wird es von ihm als Dominanzgeste Ihrerseits verstanden.

Timing

Auch das beste Lob ist nutzlos, wenn es nicht im richtigen Moment erfolgt. Achten Sie daher immer darauf, dass Sie Ihren Hund genau in dem Augenblick loben, wenn er das von Ihnen gewünschte Verhalten zeigt. Wenn Sie erst ein Beutelchen mit Leckerchen öffnen oder einen Ball aus dem Rucksack hervor holen müssen, ist bereits zu viel Zeit vergangen und der Hund kann es nicht mehr mit seinem Verhalten in Verbindung bringen! Vergessen Sie bitte auch nicht, dass sich Ihr Hund immer für seine letzte Verhaltensweise vor der Belohnung gelobt fühlt. Haben Sie also "Sitz!" gesagt und ihr Hund steht in dem Augenblick auf in dem Sie ihm sein Leckerchen geben, loben Sie ihn für das Aufstehen und nicht für das Sitzen!

Fazit

Eine 100%ig richtige Methode des Lobens gibt es nicht. Empfehlenswert ist es am eigenen Hund auszuprobieren, was er mag und was nicht. Im Idealfall kombinieren Sie mehrere Möglichkeiten Ihren Hund zu loben. So ist es für ihn immer spannend, da er ja nicht weiß, was ihn diesmal Schönes erwartet. Es ist nicht entscheidend, dass Sie zufrieden zu sich sagen können: "Ich habe meinen Hund doch gelobt." Entscheidend für den Lernerfolg ist, dass sich IHR HUND auch wirklich gelobt fühlt! Denn nur, wenn auf eine vom Hund gezeigte Verhaltensweise, etwas für IHN angenehmes passiert, wird er auch bestrebt sein, sein Verhalten zu wiederholen.